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Archiv - 2001 / 2002 / 2003 / 2004 / 2005 / 2006 / 2007 / 2008 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015 / 2016 / 2017 / 2018 / 2019


 
 

Der BDS Deggendorf unternimmt vielfältige Aktivitäten.
Wenn Sie einmal nicht selbst dabei sein können, vermittelt Ihnen dieses Archiv einen Eindruck von unseren Veranstaltungen.
Wenn Sie Beiträge mit Bildern lesen, können Sie die Fotos auch anklicken. So bekommen Sie die volle Größe.
Viel Spaß beim Lesen!
Wenn Sie künftig auch eingeladen werden möchten, können Sie natürlich Mitglied bei uns werden.
Hier kommen Sie zur Anmeldung.

2019

25.10.2019 Fahrt in die Wirtschaftsregion Karlsbad unter dem Motto:
„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit“

Ziel dieser Fahrt war es, Kontakte mit unseren böhmischen Nachbarn auf wirtschaftlicher, politischer und kultureller Ebene zu pflegen und – wenn möglich – weiter zu vertiefen. Erste Station der Reise war dann auch eine Betriebsbesichtigung und hochinteressante deutsche Führung durch die Firma THUN, Tschechiens größte Porzellanfabrik.

Gleich anschließend ging es weiter nach Karlsbad, wo wir bereits im Rathaus erwartet wurden. Karlsbads Bürgermeister Herr Tomas Trtek hieß uns herzlich willkommen.
Karlsbad nehme seine Rolle als Teil Europas überaus ernst und wichtig! Es bewerbe sich zusammen mit anderen tschechischen, deutschen und europäischen Kurorten transnational (als Great Spas of Europe) um eine Eintragung in die Welterbeliste 2020. Karlsbad wünsche sich aber auch, die traditionell guten und intensiven Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland weiter zu pflegen bzw. noch auszubauen. Es kämen immer noch viele deutsche Touristen und Kurgäste nach Karlsbad. Früher einmal seien es aber noch mehr gewesen! Sehr freundlich lud der Bürgermeister ein, an diesen alten Zeiten der Verbundenheit wieder anzuknüpfen. Auch deutsche Investoren seien ausdrücklich erwünscht!

In der darauffolgenden kurzen Führung durch Karlsbad konnten wir uns noch einmal persönlich davon überzeugen, wie schön und lohnend ein längerer Aufenthalt sein würde…...!

Am frühen Abend wurden wir im Schloss Kynzvart (Königswart), früher Eigentum des österreichischen Staatskanzlers Metternich, empfangen, wo wir uns ein Bild von dem Europäischen Kulturerbe (seit 2008) machen konnten.

Als wir, die „Reisenden in Sachen Politik, Ökonomie und Kultur“ gegen Mitternacht wieder zuhause eintrafen, waren alle erschöpft und begeistert von den zahlreichen Kontakten und Inspirationen dieses gelungenen Tages. Frau Jaroslava Pongratz von der Europaregion Donau-Moldau e. V., Netzwerkmanagerin zwischen Bayern und Böhmen, hat es ermöglicht, dass die Gespräche zwischen tschechischen Gastgebern und unserer deutschen Gruppe, dank perfekter Übersetzung, so flüssig und intensiv verlaufen konnten!

 

09.10.2019 Besuch Staatskanzlei und Residenz

Anlässlich der Woche „Europa in der Residenz“ machten wir uns auf den Weg nach München.
Die Bayerischen Staatskanzlei ist Dienstsitz des Ministerpräsidenten und des Leiters der Staatskanzlei, welcher auch Staatsminister für Europaangelegenheiten und für die bayerische Vertretung am EU-Sitz in Brüssel zuständig ist. Die Staatskanzlei ist damit für die bayerische Wirtschaft ein wichtiger Ansprechpartner in Europaangelegenheiten. Nach umfangreichen und strengen Sicherheitskontrollen wurden wir schließlich nichtsdestotrotz sehr herzlich begrüßt. Anschließend gab es eine hochspannende Führung durch Herrn Amtsrat Franz Krutzlinger, der über die Aufgaben und Funktionen der Staatskanzlei informierte. Diese sei sowohl politische Ideenschmiede als auch akribische Koordinierungsstelle. Hinweise gab es auch zur Standort- und Baugeschichte. In die erst 1993 bezogene neue Staatskanzlei wurden die noch intakten Reste des im zweiten Weltkrieg zerstörten Bayerischen Armeemuseums – wie wir selbst sehen konnten sehr harmonisch - integriert. Während des zweistündigen Rundganges wurden alle Fragen von Herrn Krutzlinger geduldig, hochkompetent - und durchaus humorvoll – beantwortet.

Schließlich musste man sich verabschieden – Frau Dr. Edith Schmidmaier-Kathke war in die Staatskanzlei gekommen, um uns in die Residenz abzuholen. Mit den Worten „hier ist Ihr Platz, hier beginnen wir“ startete die Kunsthistorikerin im Antiquarium unter dem Stadtbildnis von Deggendorf ihre Führung durch Schloss und Schatzkammer der bayerischen Könige (einschließlich Cuvillies-Theater).

 

10.07.2019 Besuch bei Experten für Dichtungstechnik

Unter dem Motto „Von der Idee zur Dichtung“ stand die Besichtigung des Stammwerks der Wallstabe & Schneider Gruppe in Niederwinkling. Dichtungen sind in vielen technischen Produkten notwendig, um ungewollte Stoffübergänge von einem Ort zu einem anderen zu verhindern oder zu begrenzen. Vor allem bei Fahrzeugen gibt es sehr viele Stellen (Motor, Bremse Lenkung etc.), die abgedichtet werden müssen. Flexible Dichtungslösungen sind daher für die Mobilität der Zukunft besonders gefragt. Von den Dichtungswerkstoffen verlangt man je nach Einsatz unterschiedliche Eigenschaften, z. B. verschleißfest, verformbar und temperaturfest.

Nach der Begrüßung durch den geschäftsführenden Gesellschafter, Herrn Christian Wallstabe persönlich, und vor Beginn der Führung erhielten wir in einer spannenden Präsentation wichtige Informationen über den Aufbau der 1960 in Niederwinkling gegründeten Wallstabe & Schneider Gruppe. Der auf drei Kontinenten präsente Konzern erzielte 2018 einen Umsatz von über 180 Mio. Euro mit weltweit ca. 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Um weiterhin international wettbewerbsfähig zu bleiben, sind – wie Herr Wallstabe erläuterte - mit den verschiedensten Verwendern von Dichtungen individuelle Problemlösungen zu erarbeiten und die Firmenkunden im Bereich Elastomere und Abdichtungen regelmäßig zu schulen. Zu den Stärken der Unternehmensgruppe gehören neben einem modernen und flexiblen Maschinenpark unter anderem die langjährige Erfahrung in der Entwicklung eigener Mischungsrezepturen für das Dichtungsmaterial, Materialprüfungen im eigenen Prüflabor und die kundenbedarfsgerechte Produktentwicklung.

In zwei Gruppen eingeteilt führten Herr Christian Wallstabe und der Entwicklungsleiter der Firma, Herr Anton Parzefall, uns durch die modernen Produktionshallen. Dabei konnten die Gäste alle Produktionsschritte, die zur Herstellung von Dichtungen notwendig sind, hautnah miterleben. Hierzu gehören das Zusammenstellen der Mischfertigung, das Spritzgießen der Gummidichtungen, deren Kältebearbeitung und ihr Waschen bis hin zum Tempern und zur Qualitätskontrolle durch erfahrene Mitarbeiter oder durch Automaten. Zum Abschluss konnte noch das hochmoderne Logistikzentrum mit Hochregallager bestaunt werden. Während der nahezu zweistündigen Führung, die dennoch allen wie im Flug verging, wurde reichlich die Gelegenheit genutzt, zahlreiche Fragen an die Dichtungsexperten zu richten. Alle Teilnehmer waren von der enormen Produktvielfalt beeindruckt und begeistert von der einmaligen Chance, einen Blick hinter die Kulissen eines hochmodernen und weltweit aktiven Dichtungstechnik-Konzerns werfen zu dürfen!

 

 

03.07.2019 Besuch Airbus Defence and Space in Manching

Unter dem Motto „Unternehmen als Innovationsträger“ machten wir uns auf den Weg zu Airbus nach Manching.

Nach beeindruckend umfangreichen Sicherheitskontrollen und einer nichtsdestotrotz sehr herzlichen Begrüßung – in einem abhörsicheren Raum - erhielten wir eine hochspannende Präsentation durch Herrn Hilmar Eckert (Head Communications & Protocol Military Aircraft Centre Manching ).
Informiert wurde über die Entstehungsgeschichte des Unternehmens, den Aufbau der Airbus Group, das umfassende Produkt- und Leistungsspektrum sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort Manching. Airbus – der größte Flugzeughersteller in Europa - ist eine Europäische Aktiengesellschaft mit Sitz in Toulouse/Frankreich. In Manching befindet sich der Geschäftsbereich Airbus Defence and Space; hier ist auch das Kompetenzzentrum für militärische Flugsysteme in Deutschland. Der Standort beherbergt das Eurofighter-Programm, außerdem werden in Manching alle Airbus-Flugzeuge gewartet, die bei der Luftwaffe im Einsatz sind. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich unbemannte Flugsysteme finden ebenfalls in Manching statt! Beispiele hierfür sind der technologische Erprobungsträger Barracuda und innovative Demonstratoren wie der Quadcruiser. Airbus beschäftigt in Manching derzeit 5.600 größtenteils hochqualifizierte Mitarbeiter. Die hohen Wachstumsraten in der Luftfahrtbranche, insbesondere die Zukunftskonzepte wie der unbemannte und individualisierte Luftverkehr, führten jedoch zu einem so stark steigenden Bedarf an hochqualifizierten MitarbeiterInnen, dass weitere Arbeitskräfte, z. B. (aber nicht nur) Informatiker und Ingenieure für den Standort Manching dringend gesucht würden!

Herr Eckert führte uns persönlich durch das sehr weitläufige Werksgelände. Aufgrund der insgesamt ca. 7 km zu bewältigenden Strecken war der Reisebus zur Überwindung der Distanzen notwendig! Nach Außenbesichtigung der Forschungs- und Entwicklungszentren ging es zu den Flugzeug-Wartungshallen. Hier beeindruckte die Besucher vor allem die Wartung eines Airbus A400M, eines hochmodernen militärischen Transportflugzeuges, sichtlich!
Den Abschluss bildete der Besuch des normalerweise nicht öffentlich zugänglichen Flugmuseums Messerschmitt auf dem Werksgelände, das einen Blick in die Vergangenheit der Luftfahrt ermöglichte.

Zum Abschluss des Programms - und als Kontrast zu Airbus – kehrten wir noch im „ältesten Wirtshaus der Welt“, der Gaststätte Röhrl in Eilsbrunn, ein.

 

27.03.2019 Vortrag: „Die neue Rechtslage der Arbeitnehmerüberlassung - insbesondere deren Auswirkungen auf Unternehmen“

Die neue Rechtslage der Arbeitnehmerüberlassung - insbesondere deren Auswirkungen auf Unternehmen

Seit der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) im Jahre 2017 gelten strengere Regeln, die Unternehmen den Einsatz von Werkverträgen erschweren. Gerade deswegen suchen immer mehr Unternehmen nach alternativen Wegen, um ihren kurzfristigen Personalbedarf zu decken. Einer dieser Wege ist die Arbeitnehmerüberlassung, d.h. der Einsatz von Leiharbeitnehmer – auch Zeitarbeiter genannt. Die Arbeitnehmerüberlassung bietet für das entleihende Unternehmen gegenüber einem Arbeitsvertrag mit Mitarbeitern einige Vorteile. Diese liegen in der Flexibilität (z. B. schnellere Reaktionsmöglichkeit auf einen Arbeitsanstieg) oder in der Kostenersparnis (z. B. keine Kosten für Urlaub oder Krankheit). Ferner reduziert sich für den Entleiher der bürokratische Aufwand, da ein Auswahlverfahren der Bewerber entfällt. Aber die Reform des AÜG brachte auch für die Arbeitnehmerüberlassung selbst zahlreiche Veränderungen. Um der für die Unternehmen bedeutsamen neuen Rechtslage auf den Grund zu gehen, hatten wir zur Veranstaltung in die Technische Hochschule Deggendorf eingeladen.

Zu diesem Thema konnten wir als Referenten den Experten Herrn Rechtsanwalt Dr. Stefan Richtsfeld gewinnen. Außerdem freuten wir uns, dass der Bundestagsabgeordnete, Herr Thomas Erndl, und der Vizepräsident der Technischen Hochschule, Herr Prof. Dr. Horst Kunhardt, sich die Zeit nahmen, ein Grußwort an die ca. 120 anwesenden Personen zu richten.

Herr Dr. Richtsfeld ging zunächst auf die Grundsätze der Arbeitnehmerüberlassung ein und stellte danach die wesentlichen Auswirkungen der neuen, seit 1.4.2017 geltenden Rechtslage des AÜG dar. Anschließend ging er auf jene Gesichtspunkte ein, auf die Unternehmen bei der Einstellung von Leiharbeitskräften besonders achten müssen. Der Referent machte deutlich, dass alle gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen sind. Dies gilt besonders für die neuen Regelungen durch die AÜG-Reform. Ob diese Vorgaben eingehalten werden, kontrollieren Prüfteams der Bundesagentur für Arbeit. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern sanktioniert werden. Wichtige Punkte im Zusammenhang mit der Arbeitnehmerüberlassung waren nach den Ausführungen von Herrn Dr. Richtsfeld zum Beispiel die gesetzeskonforme Ausgestaltung des
Arbeitnehmerüberlassungsvertrages. Ferner darf der Verleiher gem. dem neuen § 1 Abs. 1b AÜG den Leiharbeiter nicht länger als 18 aufeinanderfolgende Monate dem Entleiher überlassen. Auch Kettenverträge sind verboten, d.h. vorherige Überlassungszeiten an denselben Entleiher sind vollständig anzurechnen, wenn zwischen den Einsätzen jeweils nicht mehr als drei Monate liegen. Darüber hinaus ist einem Leiharbeitnehmer i.d.R. nach 9 Monaten das gleiche Arbeitsentgelt zu zahlen wie einem Stammarbeitnehmer des Entleihers, und Leiharbeitskräfte dürfen beim Entleiher nicht als Streikbrecher eingesetzt werden.

Am Ende des hochinteressanten Vortrages von Herrn Dr. Richtsfeld erkannten viele Teilnehmer, dass die Arbeitnehmerüberlassung einerseits für Unternehmen beachtliche Vorteile bieten kann, andererseits aber die konkrete Umsetzung der oft schwammigen Rechtsvorschriften zahlreiche Fallstricke bereithält.

 

 

 

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